Der Welttag des Buches bot wie jedes Jahr den Anlass für eine Lesung. Diese fand am 23.04.26 im Gemeindezentrum statt.
Unter dem Motto „Rosdorfer lesen für Rosdorfer“ wurde sehr unterschiedliche Literatur präsentiert.
„Bücher finden ihre Leser, aber manchmal braucht es jemanden, der den Weg zeigt.“
Dieses Zitat aus dem „Buchspazierer“ hat uns dazu bewogen, die Bücher etwas ausführlicher vorzustellen.
Pastorin Alexandra Markstädter stellte von Alexandra Zykunov „Was wollte ihr denn noch alles?!“ vor. Es gab Zahlen, Fakten und Absurditäten über unsere ach-so-tolle Gleichberechtigung. Die Autorin trägt in ihrem Buch unbekannte, absurde, aber leider auch sehr reale Zahlen, Studien und Unmöglichkeiten zusammen, die schmerzvoll aufzeigen, wo Frauen benachteiligt werden und wodurch ihr Leben anstrengender, ärmer und im Zweifelsfall auch lebensgefährlicher wird. Wussten Sie, dass Algorithmen Frauen automatisch kleinere Kredite gewähren? Dass die Energiekrise die Preise für weibliche Produkte höher steigen ließ als für männliche? Wussten Sie, dass es in Vorständen häufiger den Namen Thomas (mittlerweile auch Christian) gibt als Frauen? Nein? Dann sollten Sie dieses Buch lesen.
Dr. Stephan Kleinjohann war wie auch schon in den Vorjahren ein weiterer Vorleser und stellte den Roman von der Literaturnobelpreisträgerin Olga Tokarczuk „Anna In - Eine Reise zu den Katakomben der Welt.“ vor.
Inanna, oder Anna In, Göttin der Liebe, der Fruchtbarkeit, des Mondes, aber auch des Krieges, herrscht über das sumerische Uruk - ein mythischer, lichter Ort, wo Fahrstühle auch nach links und rechts fahren und Gärten vom Himmel hängen, ein Ort, schön, jung, verführerisch, aber auch ungestüm, unstet und machtbewusst. Eines Tages ruft ihre Zwillingsschwester, die Herrscherin der Unterwelt, sie zu sich. Und Anna In steigt hinab, in die Katakomben, ins dunkle Reich des Todes. Niemand ist je von dort zurückgekehrt. Welches Opfer wird Anna In bringen müssen, um wieder hinaufzusteigen, zu den Lebenden? Olga Tokarczuk erzählt in Frau Diesseits und Frau Jenseits einen 4000 Jahre alten Mythos neu. Mit viel Ironie und einer großen Portion Respektlosigkeit verbindet sie das Hohe und Erhabene mit dem Profanen, Allgemeinmenschlichen - und holt den altehrwürdigen Mythos so in unsere Gegenwart.
Hannelore Stermann, eine der ehrenamtlichen Büchereifrauen aus Rosdorf, stellte
„Frau Helbing und der tote Fagottist“ von Eberhard Michaely vor.
Ein allergischer Schock durch drei Wespenstiche? Frau Helbing ist sich sicher, dass ihr freundlicher Nachbar, der namhafte Fagottist Henning von Pohl, einem Verbrechen zum Opfer gefallen ist. Die pensionierte Fleischereifachverkäuferin mag zwar von klassischer Musik ebenso wenig verstehen wie von moderner Technik, aber mit Mordfällen kennt sie sich aus: Seit dem Tod ihres Mannes Hermann, mit dem sie vierzig Jahre lang eine Metzgerei im Hamburger Grindelviertel geführt hat, liest sie in ihrer Freizeit am liebsten Kriminalromane. Leider hält nicht nur ihre exzentrische Freundin Heide ihren Verdacht für ein Hirngespinst, sondern auch die hochnäsige Kommissarin Schneider. Nur der Schneider Herr Aydin hat ein offenes Ohr für Frau Helbing und ermutigt sie, ihrem Instinkt zu folgen. Allerdings birgt so ein Kriminalfall im echten Leben auch einige Gefahren …
Wenn sie nicht gerade in einem Mordfall ermittelt, beginnt der Tag für Frau Helbing mit einer Tasse Filterkaffee und einer Scheibe Graubrot mit Quittengelee. Danach geht sie ihren Lieblingsbeschäftigungen nach: Krimis lesen, auf dem Isemarkt einkaufen, kochen und Staubsaugen. Jeden Sonntag besucht sie ihren Mann Hermann auf dem Ohlsdorfer Friedhof. Schließlich waren sie 42 Jahre verheiratet. Da wäre es doch unhöflich, Hermann nicht über den Stand ihrer Ermittlungen auf dem Laufenden zu halten. Und unhöfliche Menschen kann Frau Helbing gar nicht leiden.
Falko Krey von der Rosdorfer Bürgerstiftung brachte als Literaturtipp das Buch von Randall Munroe „what if? – Was wäre wenn?“ mit, wirklich wissenschaftliche Antworten auf absurde hypothetische Fragen. Wenn man eine zufällige Nummer wählt und »Gesundheit« sagt, wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass der Angerufene gerade geniest hat? Randall Munroe beantwortet die verrücktesten Fragen hochwissenschaftlich und umwerfend kreativ. Von der Anzahl an Menschen, die den täglichen Kalorienbedarf eines Tyrannosaurus decken würden, bis zum Erlebnis, in einem Mondsee zu schwimmen: Illustriert mit Munroes berühmten Strichzeichnungen, bietet das Buch Unterhaltung auf höchstem Niveau.
Als weitere Empfehlung gabe es „Wie Musik wirkt“. Hier ermöglicht Musiker David Byrne den Lesenden einen außergewöhnlichen Blick in die Welt der Musik – die Mischung aus Musikgeschichte, Autobiographie und Handbuch ist so vielseitig wie der Talking Heads-Gründer selbst. Aber wie genau funktioniert und wirkt Musik – akustisch, wirtschaftlich, sozial und technologisch? Ein Buch für alle Fans von David Byrne und den Talking Heads – und für alle, die sich für die Kunstform Musik interessieren.
Von den Rosdorfer Grünen stellte Gemeinderatsmitglied Bettina Briesemeister von Nigel Williams das Buch „Zweieinhalb Männer im Boot“ vor.
Der Überraschungsbesuch zweier Herren vom Finanzamt gibt ihm den Rest. Der Erzähler ist überarbeitet, nervös er schläft schlecht, hat Schulden und fällt seiner Familie zunehmend auf den Wecker. Die gibt ihm Ratschläge: Er solle Urlaub machen, Tennis spielen oder sich gleich erschießen. Aber er haßt Urlaub, und er spielt nicht gerne Tennis. Nur das mit dem Erschießen würde er sich überlegen. Dann kommt seinem Jüngsten eine ausgezeichnete Idee: Eine Flußfahrt. Eine Fahrt die Themse hinauf. Gelesen wurde die Geschichte der berühmten Spaghetti Bolognese.
Inspiriert wurde das Buch von „3 Männer im Boot: - ganz zu schweigen vom Hund“ einem Klassiker des britischen Humors von Jerome K. Jerome
Drei Männer im Boot, erschienen 1889, ist eine humorvolle Erzählung von Jerome K. Jerome über einen Bootsausflug auf der Themse zwischen Kingston und Oxford.
Das Buch war ursprünglich als ernsthafter Reiseführer, mit Erzählungen über die Geschichte von Plätzen entlang der Strecke, geplant, doch die humoristischen Schilderungen gewannen die Oberhand.
Fast 20 Besuchende fanden den Weg ins Gemeindezentrum und die Veranstaltung ist zu einer guten Tradition geworden, die durch ein Getränk und einen kleinen Snack zum regen Austausch über Literatur führte.
Natürlich können die vorgestellten Bücher in den Ortsbüchereien ausgeliehen oder ggf. bestellt werden.
Viel Vergnügen beim Lesen!
Die traditionelle Aktion „Spiel und Spaß für Kinder“ fand auch in diesem Jahr auf dem Gelände der Jugendfeuerwehr statt.
Zu Beginn bekam jedes Kind eine „Laufkarte“, mit dieser konnten die Kinder 8
verschiedene Stationen anlaufen. Diese waren ganz unterschiedlich gestaltet, u.a. Wasser-Tragen, Eier-Laufen, Quallen basteln, Ploppen und Speed Cups spielen. Es sollte vor allem abwechslungsreich sein und Spaß machen!
Nach dem Absolvieren des Parcours gab es für jedes Kind einen Preis. Die gesponserten Fahrchips für die Fahrgeschäfte auf dem Zeltplatz waren eine begehrte Belohnung.
Uns hat es wieder viel Spaß gemacht - wir hoffen euch und euren Kindern auch :)
RoKi und Jule e. V. ermöglicht Lesung mit Katja Frixe
an der Heinrich-Grupe-Schule
Am 16. Juni war die Autorin Katja Frixe zu Gast an der Heinrich-Grupe-Schule. Eingeladen von den Ortsbüchereien der Gemeinde und finanziert von RoKi und Jule e. V. konnten die Schülerinnen und Schüler der Klassen 2a und 2b die Autorin jeweils etwa eine Stunde lang erleben.
Sie stellte ihre Jolle-Bücher vor: Der Pinguin Jolle sucht ein neues Zuhause und zieht bei Theas Familie ein. Sie ist begeistert, der Familienalltag steht allerdings kurz darauf Kopf….
Die Kinder der beiden Klassen hatten viel Spaß beim Vorlesen. Zwischendurch gab es jede Menge Fragen und Pinguin-Gymnastik. Und zusammen wurde überlegt, welches Tier mit welchen nützlichen Eigenschaften man selbst gerne hätte – hier gab es tolle Antworten wie „Ein Adler, der mir die Welt zeigt“, „Ein Tiger, der mit mir Lego baut“ oder „Ein Floh, der auf meiner Hand sitzt und mir die Hausaufgaben vorsagt“. Katja Frixe erzählte, wie sie ihre Ideen sammelt und ihre Bücher daraus schreibt und wie lange es dauert, bis ein Buch erscheint. Am Ende bekam jedes Kind, das wollte, ein Autogramm.
Vielen Dank allen Beteiligten!
Die Lesung fand in Zusammenarbeit mit der Büchereizentrale Niedersachsen und gefördert durch das Land Niedersachsen statt.
Bücher: Jolle und ich – Der Tag, an dem ein Pinguin bei uns einzog (Band 1); Jolle und ich – Die eisigste Ermittlung, seit es Pinguine gibt (Band 2)
Der Welttag des Buches bot zum wiederholten Male den Anlass für eine Lesung.
Diese fand am 27.04.23 im Gemeindezentrum statt. Unter dem Motto „ Rosdorfer lesen für Rosdorfer“ wurde sehr unterschiedliche Literatur präsentiert.
Den Anfang machte der Rechtsanwalt Dr. Stephan Kleinjohann.
Er hatte Richard David Precht mit dem Buch „Lenin kam nur bis Lüdenscheid“ ausgewählt. Es handelt sich um die Biographie einer Dekade - erzählt als Familiengeschichte: klug, einfühlsam und amüsant führt Richard David Precht durch seine linke Kindheit in den Siebzigern. Dr. Kleinjohann konnte verschiedene Parallelen zu seiner Schulzeit am Felix-Klein-Gymnasium in Göttingen ziehen.
Als weiteres Buch empfahl er von Annie Ernaux „Die Jahre“. Kindheit in der Nachkriegszeit, Algerienkrise, die Karriere an der Universität, das Schreiben, eine prekäre Ehe, die Mutterschaft, de Gaulle, das Jahr 1968, Krankheiten und Verluste, die sogenannte Emanzipation der Frau, Frankreich unter Mitterrand, die Folgen der Globalisierung, die uneingelösten Verheißungen der Nullerjahre, das eigene Altern. Anhand von Fotografien, Erinnerungen und Aufzeichnungen, von Wörtern, Melodien und Gegenständen vergegenwärtigt die Literaturnobelpreisträgerin 2022 die Jahre, die vergangen sind.
Im Anschluss daran las Pastorin Petra Presting aus „Der Pfau“ von Isabel Bogdan.
Diese subtile Komödie in den schottischen Highlands – so britisch-unterhaltsam ist in deutscher Sprache noch nicht erzählt worden. Ein charmant heruntergekommener Landsitz, auf dem ein Pfau verrücktspielt, eine Gruppe Banker beim Teambuilding, eine ambitionierte Psychologin, eine schwungvolle Haushälterin mit gebrochenem Arm, eine patente Köchin, Lord und Lady McIntosh, die alles unter einen Hut bringen müssen, dazu jede Menge Tiere – da weiß bald niemand mehr, was eigentlich passiert ist. Aktuell kann man die deutsche Verfilmung im Kino sehen, u.a. mit Lavinia Wilson, Tom Schilling, David Kross, Jürgen Vogel, Annette Frier und Svenja Jung.
Neben Frau Presting aus Sieboldshausen konnte auch die Ortsbürgermeisterin von Mengershausen, Gitta Rubbert als Vorleserin gewonnen werden. Sie startete sehr unterhaltsam und kurzweilig mit Axel Hackes „Der weiße Neger Wumbaba“. Darin hat er ein kleines Handbuch des Verhörens zusammengestellt. In seiner Kolumne „Das Beste aus meinem Leben“ für die Süddeutsche Zeitung erwähnte Hacke einmal einige schöne Exempel für die Freudschen Fehler des Gehörs -- mit der Folge, dass ihn immer neue Zuschriften seiner Leser ereilten, darunter die wirklich überzeugende Umdichtung des Evergreens „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius, dessen vertonte Gedichtzeilen „…und aus den Wiesen steiget / der weiße Nebel wunderbar“ das Gehirn eines Musikenthusiasten folgendermaßen verwandelte: „…und aus den Wiesen steiget / der weiße Neger Wumbaba“.
Anschließend hatte Frau Rubbert ein Gedicht von Janina Bodendörfer ausgewählt, dass sie entdeckt hatte in der Handreichung zum Volkstrauertag 2022 und das sie sehr bewegt hat. Ähnlich ging es auch den mehr als 25 ZuhörerInnen im Gemeindezentrum, daher soll es auch hier veröffentlicht werden:
ein Gedicht über den krieg schreiben,
wenn man nur frieden kennt
@janinabodi
ich kenne keinen Krieg
ich kenne nur geschichtsbuchkapitel
mit schaubildern und einem spannenden titel,
mit fakten und daten und zahlen und quoten:
Erster Weltkrieg, 1914–18, mit 17 Millionen und
zweiter Weltkrieg, 1939–45, mit 80 Millionen
Toten
ich kenne keinen Krieg
ich kenne nur literaturmeisterwerke
wohlklingende Worte von schönheit und stärke
von brecht und remarque, die sie uns hinterließen:
Wir waren 18 Jahre und begannen
die Welt und das Dasein zu lieben;
wir mußten darauf schießen.
ich kenne keinen Krieg
ich kenne nur abendessenanekdoten
am tisch ist schwerwiegendes schweigen geboten
wenn opa uns wieder von damals erzählt:
Wir hatten Hunger und hatten kein Geld.
Wir stahlen gefrorene Kartoffeln vom Feld.
ich kenne keinen Krieg
ich kenne nur nachrichtenbilder
explosionen in städten und weinende kinder,
daneben der sprecher, der sachlich erklärt:
Am 6. Tag der Invasion in der Ukraine haben
die russischen Truppen ihre Angriffe verstärkt.
ich kenne keinen Krieg
ich kenne nur frieden
ich musste nie fliehen, bin immer geblieben.
ich hatte nie hunger, bin immer schon satt.
ich musste nie schießen, weil man‘s mir befohlen hat.
ich kann seine schrecken nur benennen,
doch andere müssen den krieg durchleben.
ich wünschte, ich wär‘ nicht so machtlos dagegen.
ich wünschte, ein jeder würd‘ ihn wie ich
nur noch vom hörensagen kennen.
Abschließend empfahl sie noch das Buch „Der Gesang der Flusskrebse“ von Delia Owens.
Der vierte Leser war Axel Nath und er hatte aus „Nachmittage“ von Ferdinand von Schirach etwas herausgesucht. Ferdinand von Schirach erzählt von milden Frühsommermorgen, verregneten Nachmittagen und schwarzen Nächten. Seine Geschichten spielen in Berlin, Pamplona, Oslo, Tokio, Zürich, New York, Marrakesch, Taipeh und Wien. Es sind kurze Geschichten über die Dinge, die unser Leben verändern, über Zufälle, falsche Entscheidungen und die Flüchtigkeit des Glücks. Schirach erzählt von der Einsamkeit der Menschen, von der Kunst, der Literatur, dem Film und immer auch von der Liebe.
Der sehr kurzweilige und anregende Abend hat allen sehr gefallen und konnte bei Getränken und Snacks mit Gesprächen ausklingen. Die Vorsitzende von RoKi & Jule e.V. Uschi Barking ermunterte alle interessierten VorleserInnen dazu, sich beim Verein zu melden, um dann demnächst mal wieder eine ähnliche Veranstaltung zu organisieren.
Wir sagen DANKE an alle großen und kleinen Schwimmer/innen, die erfolgreich und motiviert für einen guten Zweck ihre Bahnen geschwommen sind! Vielen Dank für so viel Engagement und die Spenden, die wir 1:1 an die Ukraine Hilfe der SOS-Kinderdörfer überweisen werden.
Der jüngste Schwimmer war 7 Jahre alt, die jüngste Schwimmerin 9 Jahre!
Für alle Kinder und Jugendlichen bis 17 Jahren, die teilgenommen haben, gab es am 10. Juli 2022 auf dem Gemeindefest beim Familienzentrum einen Preis (gestiftet von RoKi & Jule). Wir fanden es toll, dass ihr euch engagiert habt und dabei wart!